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SUMMARY:Die Geschichte der Kelkheimer Möbel (Artikel von Rüdiger Kraatz)
LOCATION:Museum Kelkheim 
DESCRIPTION:Möbel aus Kelkheim\nzwischen Tradition und Innovation:\nDer Museumsverein u
 nd das Kulturreferat Kelkheim veranstalteten am 14. November 2021 eine Sond
 erführung mit Rüdiger Kraatz zum Thema:\nDie Erfolgsgeschichte der Kelkheim
 er Möbel\n\nÄhnlich wie im vergangenen Jahren begann Rüdiger Kraatz seine F
 ührung mit einer historischen Übersicht über die Entwicklung von Möbeln übe
 rhaupt. Anhand von Bildern über Steinzeitbehausungen und die Nutzung von St
 abholz, zunächst zum Bau von Hütten, und dann von Sitzgelegenheiten, wurde 
 in einfache Formen der Holzverarbeitung eingeführt. \n\nPerfektionierte Nut
 zung von Stabholz beim "Windsorstuhl" aus High Wycombe.\nDie sesshaften Men
 schengruppen lernten schließlich größere Gebäude und einfache Inneneinricht
 ungen aus Holz zu bauen – der Beginn des Handwerks der Zimmerleute. Die mei
 sten Einrichtungsgegenstände im Mittelalter konnten noch von den meisten Me
 nschen in Stadt und Land hergestellt und ausgebessert werden. Truhen diente
 n zur Aufbewahrung von Gegenständen aller Art. In der Renaissance kamen meh
 r und mehr elaborate Schränke für wohlhabende Bürger in Mode, was eine Spez
 ialisierung der Holzverarbeitung erforderte. Dies war der Beginn der Tischl
 er- oder Schreinerzunft. \n\nAm Beispiel eines Vertikos in der Dauerausstel
 lung wurde gezeigt, wie sich einige Traditionen von Renaissance-Schränken n
 och im 20. Jahrhundert wiederfinden.\nAnhand der Beispiele von Möbeln in de
 r „Straße der Schaufenster“ wurden die verschiedenen Fertigungs- und Stilep
 ochen erklärt. Zugleich wurde erläutert, wie sich gerade in Kelkheim eine u
 ngewöhnlich erfolgreiche Schreinertradition entwickeln konnte.\nEine Reihe 
 von Episoden aus dem Schreinerleben in Kelkheim machten den Vortrag anschau
 lich und lebendig.\n\nIntarsienbild und eine Karte mit Schreinereien in Kel
 kheim vor 80 Jahren. Dahinter der Haille Selassi-Schrank.\nAls besondere Au
 sstellungsstücke wurden der Frankfurter Schrank von Erwin Pleines und die P
 alastmöbel von Haile Selassi vorgestellt. Diese Möbel und verschiedene groß
 e und kleine Möbelwerkstätten wurden im Zusammenhang mit den historischen u
 nd sozialen Gegebenheiten beschrieben. Das Kelkheimer Netzwerk von Möbelsch
 reinern, Sägewerken, Stuhlherstellen, Polsterspezialisten, Schnitzern, fähi
 gen Gewerbelehrern u.a. war in ganz Deutschland und darüber hinaus bei Fach
 leuten gut bekannt. Zum Erfolg beigetragen haben auch viele kleinere Schrei
 nereien, die mit viel Fleiß und Innovationsbereitschaft Produktionsnischen 
 (z. B Schrankbetten, Spieltische, patentierte Hobel) erschlossen haben.\n\n
 Der letzte Teil der Führung konzentrierte sich auf die Zeit nach dem 2. Wel
 tkrieg. Der Schreibtisch von Karin Schade im Bauhaus-Stil (Möbel des Jahres
  2015) ist ein seltenes Beispiel einer modernen Holzarchitektur. Im Zusamme
 nhang mit dem Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ war die Darstellung dieses Zusam
 menhangs sehr angebracht. Zur Illustration hat das Möbelhaus Stelzer versch
 iedene Kleinmöbel im modernen Bauhausstil für die Sonderführung im Museum b
 ereitgestellt.\n\nRüdiger Kraatz spricht über den Kelkheimer Unternehmer Wi
 lhelm Dichmann; rechts ein Führerschein für die sechs Dichmann-Brüder\nRüdi
 ger Kraatz stellte Lebensbilder aus verschiedenen Gesellschaftsschichten vo
 r, deren Schicksale überliefert wurden: z.B. Jürgen Coprian, der eine harte
  Lehrzeit bei Martin Tippel überstehen musste, Heinrich Herr V, von dessen 
 ehrbaren Handwerkerleben nur eine Schuhschachtel voller Kleindokumente übri
 ggeblieben ist, Familienmitglieder der Möbelfirma Kilian, die auch in schwe
 ren Zeiten sehr gute Ware herstellten.\n\nDiese Präsentation stand außerdem
  in einem weiteren Zusammenhang: Es galt „101 Jahre Möbelhaus Stelzer“ zu f
 eiern. Vorgestellt wurde das berühmte Stelzer Rundbett, das zugleich „Möbel
  des Jahres“ 2020/21 ist. Das zehnjährige Jubiläum dieser erfolgreichen Ser
 ie „Möbel des Jahres“ wurde vor kurzem mit einer speziellen Broschüre gewür
 digt.\n\nSchließlich wurden einige Erzeugnisse des Möbelhauses Lange präsen
 tiert, die jüngst vor allem durch die Produktion der „Apple-Hocker“ für die
  Apple Stores und dem Hocker „Gral“ aufgefallen sind. Mit diesen positiven 
 Beispielen Kelkheimer Innovationen wurde die Führung abgerundet und beendet
 .\nText: Rüdiger Kraatz\nFotos: Jürgen Moog\n
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 18pt; background-col
 or: #ffffff; color: #993300;"><strong>Möbel aus Kelkheim</strong></span></p
 ><p style="text-align: center;"><span style="font-size: 18pt; background-co
 lor: #ffffff; color: #993300;"><strong>zwischen Tradition und Innovation:</
 strong></span></p><p style="text-align: center;"><span style="font-size: 12
 pt;">Der Museumsverein und das Kulturreferat Kelkheim veranstalteten am 14.
  November 2021&nbsp;eine Sonderführung mit Rüdiger Kraatz zum Thema:</span>
 </p><p style="text-align: center;"><strong><span style="font-size: 18pt; co
 lor: #ff0000;">Die Erfolgsgeschichte der Kelkheimer Möbel</span></strong></
 p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/MöbelführungRKraatz_14
 .11.2021_1.jpg" alt="MöbelführungRKraatz 14.11.2021 1" width="560" height="
 280" /></p><p><span style="font-size: 10pt;">Ähnlich wie im vergangenen Jah
 ren begann Rüdiger Kraatz seine Führung mit einer historischen Übersicht üb
 er die Entwicklung von Möbeln überhaupt. Anhand von Bildern über Steinzeitb
 ehausungen und die Nutzung von Stabholz, zunächst zum Bau von Hütten, und d
 ann von Sitzgelegenheiten, wurde in einfache Formen der Holzverarbeitung ei
 ngeführt. </span></p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/Möb
 elführungRKraatz_14.11.2021_2.jpg" alt="MöbelführungRKraatz 14.11.2021 2" w
 idth="560" height="280" /></p><p><em>Perfektionierte Nutzung von Stabholz b
 eim "Windsorstuhl" aus High Wycombe.</em></p><p><span style="font-size: 10p
 t;">Die sesshaften Menschengruppen lernten schließlich größere Gebäude und 
 einfache Inneneinrichtungen aus Holz zu bauen – der Beginn des Handwerks de
 r Zimmerleute. Die meisten Einrichtungsgegenstände im Mittelalter konnten n
 och von den meisten Menschen in Stadt und Land hergestellt und ausgebessert
  werden. Truhen dienten zur Aufbewahrung von Gegenständen aller Art. In der
  Renaissance kamen mehr und mehr elaborate Schränke für wohlhabende Bürger 
 in Mode, was eine Spezialisierung der Holzverarbeitung erforderte. Dies war
  der Beginn der Tischler- oder Schreinerzunft. </span></p><p><img src="http
 s://www.museum-kelkheim.de/images/MöbelführungRKraatz_14.11.2021_6.jpg" alt
 ="MöbelführungRKraatz 14.11.2021 6" width="560" height="280" /></p><p><span
  style="font-size: 10pt;">Am Beispiel eines Vertikos in der Dauerausstellun
 g wurde gezeigt, wie sich einige Traditionen von Renaissance-Schränken noch
  im 20. Jahrhundert wiederfinden.</span></p><p><span style="font-size: 10pt
 ;">Anhand der Beispiele von Möbeln in der „Straße der Schaufenster“ wurden 
 die verschiedenen Fertigungs- und Stilepochen erklärt. Zugleich wurde erläu
 tert, wie sich gerade in Kelkheim eine ungewöhnlich erfolgreiche Schreinert
 radition entwickeln konnte.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Ein
 e Reihe von Episoden aus dem Schreinerleben in Kelkheim machten den Vortrag
  anschaulich und lebendig.</span></p><p><img src="https://www.museum-kelkhe
 im.de/images/MöbelführungRKraatz_14.11.2021_5.jpg" alt="MöbelführungRKraatz
  14.11.2021 5" width="560" height="280" /></p><p><em>Intarsienbild und eine
  Karte mit Schreinereien in Kelkheim vor 80 Jahren. Dahinter der Haille Sel
 assi-Schrank.</em></p><p><span style="font-size: 10pt;">Als besondere Ausst
 ellungsstücke wurden der Frankfurter Schrank von Erwin Pleines und die Pala
 stmöbel von Haile Selassi vorgestellt. Diese Möbel und verschiedene große u
 nd kleine Möbelwerkstätten wurden im Zusammenhang mit den historischen und 
 sozialen Gegebenheiten beschrieben. Das Kelkheimer Netzwerk von Möbelschrei
 nern, Sägewerken, Stuhlherstellen, Polsterspezialisten, Schnitzern, fähigen
  Gewerbelehrern u.a. war in ganz Deutschland und darüber hinaus bei Fachleu
 ten gut bekannt. Zum Erfolg beigetragen haben auch viele kleinere Schreiner
 eien, die mit viel Fleiß und Innovationsbereitschaft Produktionsnischen (z.
  B Schrankbetten, Spieltische, patentierte Hobel) erschlossen haben.</span>
 </p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/MöbelführungRKraatz_
 14.11.2021_7.jpg" alt="MöbelführungRKraatz 14.11.2021 7" width="560" height
 ="280" /></p><p><span style="font-size: 10pt;">Der letzte Teil der Führung 
 konzentrierte sich auf die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Der Schreibtisch von
  Karin Schade im Bauhaus-Stil (Möbel des Jahres 2015) ist ein seltenes Beis
 piel einer modernen Holzarchitektur. Im Zusammenhang mit dem Jubiläum „100 
 Jahre Bauhaus“ war die Darstellung dieses Zusammenhangs sehr angebracht. Zu
 r Illustration hat das Möbelhaus Stelzer verschiedene Kleinmöbel im moderne
 n Bauhausstil für die Sonderführung im Museum bereitgestellt.</span></p><p>
 <img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/MöbelführungRKraatz_14.11.2
 021_4.jpg" alt="MöbelführungRKraatz 14.11.2021 4" width="560" height="280" 
 /></p><p><em>Rüdiger Kraatz spricht über den Kelkheimer Unternehmer Wilhelm
  Dichmann; rechts <strong>ein</strong> Führerschein für die sechs Dichmann-
 Brüder</em></p><p><span style="font-size: 10pt;">Rüdiger Kraatz stellte Leb
 ensbilder aus verschiedenen Gesellschaftsschichten vor, deren Schicksale üb
 erliefert wurden: z.B. Jürgen Coprian, der eine harte Lehrzeit bei Martin T
 ippel überstehen musste, Heinrich Herr V, von dessen ehrbaren Handwerkerleb
 en nur eine Schuhschachtel voller Kleindokumente übriggeblieben ist, Famili
 enmitglieder der Möbelfirma Kilian, die auch in schweren Zeiten sehr gute W
 are herstellten.</span></p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/imag
 es/MöbelführungRKraatz_14.11.2021_9.jpg" alt="MöbelführungRKraatz 14.11.202
 1 9" width="560" height="280" /></p><p><span style="font-size: 10pt;">Diese
  Präsentation stand außerdem in einem weiteren Zusammenhang: Es galt „101 J
 ahre Möbelhaus Stelzer“ zu feiern. Vorgestellt wurde das berühmte Stelzer R
 undbett, das zugleich „Möbel des Jahres“ 2020/21 ist. Das zehnjährige Jubil
 äum dieser erfolgreichen Serie „Möbel des Jahres“ wurde vor kurzem mit eine
 r speziellen Broschüre gewürdigt.</span></p><p><img src="https://www.museum
 -kelkheim.de/images/MöbelführungRKraatz_14.11.2021_8.jpg" alt="Möbelführung
 RKraatz 14.11.2021 8" width="560" height="280" /></p><p><span style="font-s
 ize: 10pt;">Schließlich wurden einige Erzeugnisse des Möbelhauses Lange prä
 sentiert, die jüngst vor allem durch die Produktion der „Apple-Hocker“ für 
 die Apple Stores und dem Hocker „Gral“ aufgefallen sind. Mit diesen positiv
 en Beispielen Kelkheimer Innovationen wurde die Führung abgerundet und been
 det.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Text: Rüdiger Kraatz</span
 ></p><p><span style="font-size: 10pt;">Fotos: Jürgen Moog</span></p>
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