BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//jEvents 2.0 for Joomla//EN
CALSCALE:GREGORIAN
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20201025T020000
RDATE:20210328T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20211031T020000
RDATE:20220327T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20221030T020000
RDATE:20230326T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20231029T020000
RDATE:20240331T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20241027T020000
RDATE:20250330T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20251026T020000
RDATE:20260329T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20261025T020000
RDATE:20270328T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20271031T020000
RDATE:20280326T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20281029T020000
RDATE:20290325T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20291028T020000
RDATE:20300331T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20301027T020000
RDATE:20310330T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20311026T020000
RDATE:20320328T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20200824T150000
RDATE:20201025T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20210328T030000
RDATE:20211031T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20220327T030000
RDATE:20221030T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20230326T030000
RDATE:20231029T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20240331T030000
RDATE:20241027T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20250330T030000
RDATE:20251026T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20260329T030000
RDATE:20261025T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20270328T030000
RDATE:20271031T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20280326T030000
RDATE:20281029T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20290325T030000
RDATE:20291028T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20300331T030000
RDATE:20301027T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20310330T030000
RDATE:20311026T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
END:VTIMEZONE
BEGIN:VEVENT
UID:02926c714ca6b7b7114c083f15c15053
CATEGORIES:Termine
CREATED:20210804T183118
SUMMARY:Der Zauberberg – Führungen an den Tagen der Industriekultur (Artikel von Marianne Bopp)
LOCATION:Zauberberg\, Kelkheim-Ruppertshain
DESCRIPTION:Der Zauberberg\nVon der ersten Volks-Lungenheilstätte Deutschlands \nzum Ku
 lturzentrum mit Flair\nFührungen im Rahmen der Tage der Industriekultur Fra
 nkfurt RheinMain und Besichtigung der Klangkunst-Installationen des Kulturf
 onds Frankfurt RheinMain\n25., 26., 27. und 28. August 2021\nSeit 2010 nimm
 t das Museum Kelkheim an den Tagen der Industriekultur teil, immer zum Foku
 sthema – in diesem Jahr: Vernetzung.\nDa lag es nahe, den Zauberberg in Rup
 pertshain zu wählen. Als erste Volks-Lungenheilstätte für Arbeiterinnen und
  Arbeiter gehört er zur Route der Industriekultur. Schon für die Entstehung
  war es nötig, dass sich der Rekonvaleszenten-Verein in Frankfurt vernetzte
  für die nötige ärztliche Beratung, finanzielle Unterstützung und Bauplanun
 g. Und auch heute vernetzt der denkmalgeschützte „Zauberberg“ mit seinem pu
 lsierenden kulturellen Leben Musiker, Literaten, Maler und Bildhauer.\nDas 
 Interesse war so groß, dass statt der zwei geplanten vier Termine mit insge
 samt mehr als 100 Gästen angeboten wurden.\n\nV.l. Stadtrat Thomas Weck (CC
 Z Creativ Concept Zauberberg), Bürgermeister Albrecht Kündiger und die Küns
 tlerin Lea Letzel bei der Begrüßung\nDie Führungen teilten sich Marianne Bo
 pp, Museumspädagogin im Museum Kelkheim, und die Kölner Künstlerin Lea Letz
 el. Im ersten Abschnitt ging es um die Geschichte des Zauberbergs, im zweit
 en stellte die Künstlerin ihre Klangkunst-Skulpturen vor, zwei Liegen, die 
 auch gleich von den Gästen ausprobiert werden konnten.\n\nMarianne Bopp erl
 äuterte die Gründe und Voraussetzungen für den Bau der Heilstätte für „unbe
 mittelte“ Arbeiter und Arbeiterinnen, die im Jahr 1895 in Ruppertshain eröf
 fnet werden konnte. Damals gab es 72 Plätze für an Tuberkulose Erkrankte. A
 lles war streng, aber schon gleichberechtigt nach Geschlechtern getrennt.\n
 \nSo gab es eigene Treppenhäuser, Speisesäle und Liegehallen für jeweils 36
  Männer und 36 Frauen. Die Behandlung bestand damals vor allem aus guter Lu
 ft, viel Ruhe und gutem, fettreichen Essen. Besonders wichtig war dabei die
  Liegekur, übernommen vom ärztlichen Berater Dr. Peter Dettweiler vom Sanat
 orium in Falkenstein: Über Stunden lagen die Erkrankten vormittags, nachmit
 tags und bis in den Abend hinein in den offenen Liegehallen. Die besondere 
 Architektur des imposanten Gebäudes war ein weiterer Aspekt der Führung.\n\
 nWenig bekannt ist heute, wie wichtig damals die Dachkämme waren - hier sti
 lisierte Liliensträuße -, die sich gut sichtbar gegen den Himmel abheben so
 llten. Noch heute ziehen sie sich über die Firste der Dachlandschaft, die s
 chon von Weitem mit ihren bunten Bändern und Zick-Zack-Linien in den Bann z
 ieht.\nIm Jahr 1900 wurde die Volks-Lungenheilstätte Ruppertshain auf der W
 eltausstellung in Paris beispielgebend präsentiert, und schon bald orientie
 rten sich an ihr auch die Vorschriften für den Heilstätten-Bau.\n\nMarianne
  Bopp zeigt den "Blauen Heinrich" (Taschenspucknapf für Tuberkulosekranke) 
 und die Davoser Liege, die in Ruppertshain erfunden wurde.\nImmer wieder ga
 b es Erweiterungen. Der Anspruch war, den Patienten die jeweils modernsten 
 Behandlungsmethoden zu bieten. Das bedeutete z.B., dass ein Röntgengerät an
 geschafft wurde und auch die Aufnahmen vor Ort entwickelt wurden. Weitere S
 penden ermöglichten es, ein zweites Gebäude zu erstellen, den sogenannten F
 rauenbau. In etwas einfacheren Formen gehalten, stimmt vor allem das Dach m
 it dem ersten Gebäude überein, das nun Männerbau genannt wurde. Da Küche un
 d Speisesäle gleich mit neu gebaut wurden, konnten im Männerbau seitdem 100
  Patienten unterkommen. Im Frauenbau gab es nur 34 Plätze, der Tatsache ges
 chuldet, dass Frauen weniger anfällig für Tuberkulose waren.\n\nBeim Weg um
  den großen Gebäudekomplex machte Marianne Bopp auch immer wieder auf die K
 ünstlerateliers aufmerksam und die zahlreichen Skulpturen verschiedener Kün
 stler, die das Gelände bereichern.\n\nIm Norden fiel der Blick auf die letz
 ten Aufstockungen, die die Kapazität auf 250 Betten steigerten, und auf das
  Betriebsgebäude von 1909, das zudem Schwitz- und Inhalationsräume enthielt
 . Dabei ging es auch um die Fortschritte in der Tuberkulose-Behandlung. Die
  revolutionäre Nutzung der Sulfonamide für Medikamente durch Gerhard Domagk
  führte dazu, dass die Heilstätte lange Jahre nach diesem Nobelpreisträger 
 benannt war. Die Entwicklung einer Art Chemotherapie mit mehreren Antibioti
 ka war letztlich so erfolgreich, dass die Patientenzahlen deutlich zurückgi
 ngen.\nAls Folge wurde die Gerhard-Domagk-Klinik im Jahr 1982 geschlossen. 
 Das Schicksal der Gebäude war ungewiss, selbst der Abriss drohte. Das konnt
 e zum Glück verhindert werden. Heute steht der Zustand von 1910 unter Denkm
 alschutz, dazu gehören auch jenseits der Robert-Koch-Straße bzw. der Straße
  nach Eppenhain die Arztvilla, das Maschinenhaus, das Werkstattgebäude und 
 das Ökonomiegebäude. Der ganze Komplex genießt Ensembleschutz.\nUnter viele
 n Kaufinteressenten setzte sich eine Investorengruppe durch, die hier deuts
 che Spätaussiedler unterbrachte. In der Folge wurde der Komplex aufwändig r
 enoviert, um hier Wohnungen, Ateliers, Praxen, Büros und Gastronomie unterz
 ubringen, dem Motto der Investoren gemäß, „Wohnen – Leben – Arbeiten – Frei
 zeit“ an diesem Ort zu vereinen. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurden
  dafür leichte Veränderungen vorgenommen. Z.B. wurden an der Südseite des M
 ännerbaus Balkone angefügt und die Gauben geändert.\n1997 setzte sich der N
 ame „Zauberberg“ für die Anlage durch, in Anlehnung an den Roman von Thomas
  Mann, der in einem Schweizer Lungen-Sanatorium spielt. Dort erhielten die 
 Patienten die gleiche Behandlung wie die Arbeiterinnen und Arbeiter in der 
 Volksheilstätte Ruppertshain.\nAuf dem Weg zu den Klanginstallationen genos
 sen die Gäste noch den atemberaubenden Blick auf die Frankfurter Skyline, h
 ier aus einem ungewohnten Blickwinkel zu genießen und bei der letzten Führu
 ng in ein ganz besonderes Wechselspiel aus Sonnenlicht und Wolkenschatten g
 etaucht.\nMarianne Bopp dankte den Gästen für ihre Teilnahme und übergab di
 e Gruppe nach Applaus an Lea Letzel.\nDie Künstlerin führte zu den beiden L
 iegen auf der Wiese unterhalb des Parkplatzes.\nNachdem sie ihren Werdegang
  skizziert hatte, beschrieb sie ihre Faszination für den Zauberberg seit de
 m ersten Anblick bei der Fahrt von Fischbach hoch. Bei dieser Fahrt hatte i
 hr Dr. Julia Cloot vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain verschiedene Orte fü
 r das Klangkunstfestival angeboten. Die Wahl fiel nicht schwer.\nEs folgte 
 die intensive Beschäftigung mit der Liegekur bis zu den Davoser Liegen von 
 Dr. Peter Dettweiler, auch erwähnt im ersten Teil der Führung. Dabei ging e
 s Lea Letzel um ein niedrigschwelliges Angebot.\n\nSo entwickelte sie zum e
 inen die große wippende Liege. Statt Wasser, das bei bestimmten Therapie-Li
 egen durch deren Rohre geführt wurde, bewegen sich hier Kugeln in den Kufen
 . Beim Wippen erzeugen sie einen kullernden Klang. Das wurde bei allen Führ
 ungsterminen von den Besuchern sofort und gerne ausprobiert.\nBei der zweit
 en Konstruktion ist eine gleichartige Liege als Schaukel in ein großes Gest
 ell eingehängt. Beide Enden der Liege enthalten Windharfen, eine Kombinatio
 n von über die gesamte Breite gespannten Gitarrensaiten und einem flachen T
 richter, der den Wind auf die Saiten führt. Nicht bei allen Terminen kam de
 r Wind ausreichend aus der erforderlichen Richtung, um die magisch klingend
 en Töne zu erzeugen. Es ist halt ein bisschen Geduld nötig, um auf den rich
 tigen Wind zu warten. Schließlich forderte die Liegekur auch Zeit und Gedul
 d.\n\nV.l.: Dr. Julia Cloot (stellv. Geschäftsführerin des Kulturfonds Fran
 kfurt RheinMain), Museumspädagogin Marianne Bopp, Bürgermeister Albrecht Kü
 ndiger, Kultureferentin Dr. Beate Matuschek und Künstlerin Lea Letzel\nDie 
 Künstlerin stellte heraus, dass auch die schwefelgelbe Farbe Bezug nimmt au
 f die Liegekur: Sie verfremdet das satte Gelb der Bambusgestelle der Davose
 r Liegen. Trotz des Namens wurden sie in Falkenstein von Dr. Peter Dettweil
 er entwickelt.\nBeide Kunstwerke entsprechen außerdem den Sicherheitsbestim
 mungen. Sie sind von einem Spielplatzgutachter überprüft und abgenommen wor
 den.\nImmer wieder wurde die Frage gestellt, ob die Kunstwerke nicht über d
 as geplante Ende am 29.08.2021 hinaus hier stehenbleiben könnten. Vielleich
 t gelingt es, dass Kulturfonds, Stadt und CCZ Zauberberg für die Beibehaltu
 ng zusammenwirken. Das würde auch die Künstlerin freuen.\nSo konnte jeweils
  der Nachmittag mit Schaukeln und Wippen ausklingen, vielleicht noch gefolg
 t von einem Stopp im Café Zauberberg, im Restaurant Merlin oder an der Bar 
 im Felsenkeller.\nVorher gab es aber auch für Lea Letzel noch den verdiente
 n Applaus.\nText: Marianne Bopp\nFotos: Wolfgang Pfankuch und Jürgen Moog\n
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><span style="color: #ff0000; font-size: 36pt
 ;"><strong>Der Zauberberg</strong></span></p><p style="text-align: center;"
 ><span style="color: #ff0000; font-size: 18pt;"><strong>Von der ersten Volk
 s-Lungenheilstätte Deutschlands </strong></span></p><p style="text-align: c
 enter;"><span style="color: #ff0000; font-size: 18pt;"><strong>zum Kulturze
 ntrum mit Flair</strong></span></p><p style="text-align: center;"><span sty
 le="font-size: 14pt;"><strong>Führungen im Rahmen der Tage der Industriekul
 tur Frankfurt RheinMain und&nbsp;</strong><strong>Besichtigung der Klangkun
 st-Installationen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain</strong></span></p><p
  style="text-align: center;"><span style="font-size: 14pt;"><strong>25., 26
 ., 27. und 28. August 2021</strong></span></p><p><span style="font-size: 10
 pt;">Seit 2010 nimmt das Museum Kelkheim an den Tagen der Industriekultur t
 eil, immer zum Fokusthema – in diesem Jahr: Vernetzung.</span></p><p><span 
 style="font-size: 10pt;">Da lag es nahe, den Zauberberg in Ruppertshain zu 
 wählen. Als erste Volks-Lungenheilstätte für Arbeiterinnen und Arbeiter geh
 ört er zur Route der Industriekultur. Schon für die Entstehung war es nötig
 , dass sich der Rekonvaleszenten-Verein in Frankfurt vernetzte für die nöti
 ge ärztliche Beratung, finanzielle Unterstützung und Bauplanung. Und auch h
 eute vernetzt der denkmalgeschützte „Zauberberg“ mit seinem pulsierenden ku
 lturellen Leben Musiker, Literaten, Maler und Bildhauer.</span></p><p><span
  style="font-size: 10pt;">Das Interesse war so groß, dass statt der zwei ge
 planten vier Termine mit insgesamt mehr als 100 Gästen angeboten wurden.</s
 pan></p><p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://www.museum-kelk
 heim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_1.JPG" alt="Führu
 ngZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 1" width="560" height="373" /></span>
 </p><p><em>V.l.&nbsp;Stadtrat Thomas Weck (CCZ Creativ Concept Zauberberg),
  Bürgermeister Albrecht Kündiger und die Künstlerin Lea Letzel bei der Begr
 üßung</em></p><p><span style="font-size: 10pt;">Die Führungen teilten sich 
 Marianne Bopp, Museumspädagogin im Museum Kelkheim, und die Kölner Künstler
 in Lea Letzel. Im ersten Abschnitt ging es um die Geschichte des Zauberberg
 s, im zweiten stellte die Künstlerin ihre Klangkunst-Skulpturen vor, zwei L
 iegen, die auch gleich von den Gästen ausprobiert werden konnten.</span></p
 ><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegek
 urMBoppLetzel082021_2.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 
 2" width="560" height="373" /></p><p><span style="font-size: 10pt;">Mariann
 e Bopp erläuterte die Gründe und Voraussetzungen für den Bau der Heilstätte
  für „unbemittelte“ Arbeiter und Arbeiterinnen, die im Jahr 1895 in Ruppert
 shain eröffnet werden konnte. Damals gab es 72 Plätze für an Tuberkulose Er
 krankte. Alles war streng, aber schon gleichberechtigt nach Geschlechtern g
 etrennt.</span></p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/Sonde
 rführungAnsichtskartenausstellung01.03.2020_7.JPG" alt="SonderführungAnsich
 tskartenausstellung01.03.2020 7" width="560" height="363" /></p><p><span st
 yle="font-size: 10pt;">So gab es eigene Treppenhäuser, Speisesäle und Liege
 hallen für jeweils 36 Männer und 36 Frauen. Die Behandlung bestand damals v
 or allem aus guter Luft, viel Ruhe und gutem, fettreichen Essen. Besonders 
 wichtig war dabei die Liegekur, übernommen vom ärztlichen Berater Dr. Peter
  Dettweiler vom Sanatorium in Falkenstein: Über Stunden lagen die Erkrankte
 n vormittags, nachmittags und bis in den Abend hinein in den offenen Liegeh
 allen. Die besondere Architektur des imposanten Gebäudes war ein weiterer A
 spekt der Führung.</span></p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/im
 ages/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_3.JPG" alt="FührungZauberbe
 rgLiegekurMBoppLetzel082021 3" width="560" height="156" /></p><p><span styl
 e="font-size: 10pt;">Wenig bekannt ist heute, wie wichtig damals die Dachkä
 mme waren - hier stilisierte Liliensträuße -, die sich gut sichtbar gegen d
 en Himmel abheben sollten. Noch heute ziehen sie sich über die Firste der D
 achlandschaft, die schon von Weitem mit ihren bunten Bändern und Zick-Zack-
 Linien in den Bann zieht.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Im Ja
 hr 1900 wurde die Volks-Lungenheilstätte Ruppertshain auf der Weltausstellu
 ng in Paris beispielgebend präsentiert, und schon bald orientierten sich an
  ihr auch die Vorschriften für den Heilstätten-Bau.</span></p><p><img src="
 https://www.museum-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel0
 82021_4.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 4" width="560"
  height="280" /></p><p><em>Marianne Bopp zeigt den "Blauen Heinrich" (Tasch
 enspucknapf für Tuberkulosekranke) und die Davoser Liege, die in Ruppertsha
 in erfunden wurde.</em></p><p><span style="font-size: 10pt;">Immer wieder g
 ab es Erweiterungen. Der Anspruch war, den Patienten die jeweils modernsten
  Behandlungsmethoden zu bieten. Das bedeutete z.B., dass ein Röntgengerät a
 ngeschafft wurde und auch die Aufnahmen vor Ort entwickelt wurden. Weitere 
 Spenden ermöglichten es, ein zweites Gebäude zu erstellen, den sogenannten 
 Frauenbau. In etwas einfacheren Formen gehalten, stimmt vor allem das Dach 
 mit dem ersten Gebäude überein, das nun Männerbau genannt wurde. Da Küche u
 nd Speisesäle gleich mit neu gebaut wurden, konnten im Männerbau seitdem 10
 0 Patienten unterkommen. Im Frauenbau gab es nur 34 Plätze, der Tatsache ge
 schuldet, dass Frauen weniger anfällig für Tuberkulose waren.</span></p><p>
 <img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMB
 oppLetzel082021_5.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 5" w
 idth="560" height="280" /></p><p><span style="font-size: 10pt;">Beim Weg um
  den großen Gebäudekomplex machte Marianne Bopp auch immer wieder auf die K
 ünstlerateliers aufmerksam und die zahlreichen Skulpturen verschiedener Kün
 stler, die das Gelände bereichern.</span></p><p><img src="https://www.museu
 m-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_6.JPG" alt=
 "FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 6" width="560" height="280" /><
 /p><p><span style="font-size: 10pt;">Im Norden fiel der Blick auf die letzt
 en Aufstockungen, die die Kapazität auf 250 Betten steigerten, und auf das 
 Betriebsgebäude von 1909, das zudem Schwitz- und Inhalationsräume enthielt.
  Dabei ging es auch um die Fortschritte in der Tuberkulose-Behandlung. Die 
 revolutionäre Nutzung der Sulfonamide für Medikamente durch Gerhard Domagk 
 führte dazu, dass die Heilstätte lange Jahre nach diesem Nobelpreisträger b
 enannt war. Die Entwicklung einer Art Chemotherapie mit mehreren Antibiotik
 a war letztlich so erfolgreich, dass die Patientenzahlen deutlich zurückgin
 gen.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Als Folge wurde die Gerhar
 d-Domagk-Klinik im Jahr 1982 geschlossen. Das Schicksal der Gebäude war ung
 ewiss, selbst der Abriss drohte. Das konnte zum Glück verhindert werden. He
 ute steht der Zustand von 1910 unter Denkmalschutz, dazu gehören auch jense
 its der Robert-Koch-Straße bzw. der Straße nach Eppenhain die Arztvilla, da
 s Maschinenhaus, das Werkstattgebäude und das Ökonomiegebäude. Der ganze Ko
 mplex genießt Ensembleschutz.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">U
 nter vielen Kaufinteressenten setzte sich eine Investorengruppe durch, die 
 hier deutsche Spätaussiedler unterbrachte. In der Folge wurde der Komplex a
 ufwändig renoviert, um hier Wohnungen, Ateliers, Praxen, Büros und Gastrono
 mie unterzubringen, dem Motto der Investoren gemäß, „Wohnen – Leben – Arbei
 ten – Freizeit“ an diesem Ort zu vereinen. In Abstimmung mit dem Denkmalsch
 utz wurden dafür leichte Veränderungen vorgenommen. Z.B. wurden an der Süds
 eite des Männerbaus Balkone angefügt und die Gauben geändert.</span></p><p>
 <span style="font-size: 10pt;">1997 setzte sich der Name „Zauberberg“ für d
 ie Anlage durch, in Anlehnung an den Roman von Thomas Mann, der in einem Sc
 hweizer Lungen-Sanatorium spielt. Dort erhielten die Patienten die gleiche 
 Behandlung wie die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Volksheilstätte Rupper
 tshain.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Auf dem Weg zu den Klan
 ginstallationen genossen die Gäste noch den atemberaubenden Blick auf die F
 rankfurter Skyline, hier aus einem ungewohnten Blickwinkel zu genießen und 
 bei der letzten Führung in ein ganz besonderes Wechselspiel aus Sonnenlicht
  und Wolkenschatten getaucht.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">M
 arianne Bopp dankte den Gästen für ihre Teilnahme und übergab die Gruppe na
 ch Applaus an Lea Letzel.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Die K
 ünstlerin führte zu den beiden Liegen auf der Wiese unterhalb des Parkplatz
 es.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Nachdem sie ihren Werdegang
  skizziert hatte, beschrieb sie ihre Faszination für den Zauberberg seit de
 m ersten Anblick bei der Fahrt von Fischbach hoch. Bei dieser Fahrt hatte i
 hr Dr. Julia Cloot vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain verschiedene Orte fü
 r das Klangkunstfestival angeboten. Die Wahl fiel nicht schwer.</span></p><
 p><span style="font-size: 10pt;">Es folgte die intensive Beschäftigung mit 
 der Liegekur bis zu den Davoser Liegen von Dr. Peter Dettweiler, auch erwäh
 nt im ersten Teil der Führung. Dabei ging es Lea Letzel um ein niedrigschwe
 lliges Angebot.</span></p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/image
 s/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_7.JPG" alt="FührungZauberbergL
 iegekurMBoppLetzel082021 7" width="560" height="280" /></p><p><span style="
 font-size: 10pt;">So entwickelte sie zum einen die große wippende Liege. St
 att Wasser, das bei bestimmten Therapie-Liegen durch deren Rohre geführt wu
 rde, bewegen sich hier Kugeln in den Kufen. Beim Wippen erzeugen sie einen 
 kullernden Klang. Das wurde bei allen Führungsterminen von den Besuchern so
 fort und gerne ausprobiert.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Bei
  der zweiten Konstruktion ist eine gleichartige Liege als Schaukel in ein g
 roßes Gestell eingehängt. Beide Enden der Liege enthalten Windharfen, eine 
 Kombination von über die gesamte Breite gespannten Gitarrensaiten und einem
  flachen Trichter, der den Wind auf die Saiten führt. Nicht bei allen Termi
 nen kam der Wind ausreichend aus der erforderlichen Richtung, um die magisc
 h klingenden Töne zu erzeugen. Es ist halt ein bisschen Geduld nötig, um au
 f den richtigen Wind zu warten. Schließlich forderte die Liegekur auch Zeit
  und Geduld.</span></p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/F
 ührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_8.JPG" alt="FührungZauberbergLieg
 ekurMBoppLetzel082021 8" width="560" height="373" /></p><p><em>V.l.: Dr. Ju
 lia Cloot (stellv. Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain), 
 Museumspädagogin Marianne Bopp, Bürgermeister Albrecht Kündiger, Kulturefer
 entin Dr. Beate Matuschek und Künstlerin Lea Letzel</em></p><p><span style=
 "font-size: 10pt;">Die Künstlerin stellte heraus, dass auch die schwefelgel
 be Farbe Bezug nimmt auf die Liegekur: Sie verfremdet das satte Gelb der Ba
 mbusgestelle der Davoser Liegen. Trotz des Namens wurden sie in Falkenstein
  von Dr. Peter Dettweiler entwickelt.</span></p><p><span style="font-size: 
 10pt;">Beide Kunstwerke entsprechen außerdem den Sicherheitsbestimmungen. S
 ie sind von einem Spielplatzgutachter überprüft und abgenommen worden.</spa
 n></p><p><span style="font-size: 10pt;">Immer wieder wurde die Frage gestel
 lt, ob die Kunstwerke nicht über das geplante Ende am 29.08.2021 hinaus hie
 r stehenbleiben könnten. Vielleicht gelingt es, dass Kulturfonds, Stadt und
  CCZ Zauberberg für die Beibehaltung zusammenwirken. Das würde auch die Kün
 stlerin freuen.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">So konnte jewei
 ls der Nachmittag mit Schaukeln und Wippen ausklingen, vielleicht noch gefo
 lgt von einem Stopp im Café Zauberberg, im Restaurant Merlin oder an der Ba
 r im Felsenkeller.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Vorher gab e
 s aber auch für Lea Letzel noch den verdienten Applaus.</span></p><p><span 
 style="font-size: 10pt;">Text: Marianne Bopp</span></p><p><span style="font
 -size: 10pt;">Fotos: Wolfgang Pfankuch und Jürgen Moog</span></p>
DTSTAMP:20260706T232723
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20210825T150000
DTEND;TZID=Europe/Berlin;VALUE=DATE:20210829
SEQUENCE:0
TRANSP:OPAQUE
END:VEVENT
END:VCALENDAR