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SUMMARY:Führung und Signierstunde zur Sonderausstellung "DEMOKRATIE WEITER DENKEN" (Artikel von Torsten Weigelt)
LOCATION:Alte Kirche Hornau
DESCRIPTION:<p>&nbsp;</p><p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: u
 nderline; font-size: 24pt;"><span style="color: #b62f2f; text-decoration: u
 nderline;"><strong><span style="color: #cb2549; text-decoration: underline;
 ">Führung und Signierstunde</span></strong></span></span></p><p style="text
 -align: center;"><img src="images/FührungTorstenWeigeltGagernausstellung_24
 .06.2023_001.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagernausstellung 24.06.2023 00
 1" width="560" height="280" /></p><p style="text-align: center;"><span styl
 e="text-decoration: underline; color: #000000;"><span style="font-size: 18p
 t;"><strong><span>am Samstag, 24. Juni, 2023, 15:00 Uhr</span></strong></sp
 an></span></p><p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: 
 underline; color: #000000;"><span style="font-size: 18pt;"><strong><span>in
  der Alten Kirche Hornau, Rotlintallee</span></strong></span></span></p><p 
 style="text-align: center;"><span style="text-decoration: underline;"><span
  style="color: #b62f2f; font-size: 18pt; text-decoration: underline;"><stro
 ng><span style="color: #cb2549; text-decoration: underline;">mit Torsten We
 igelt, Autor des Buches</span></strong></span></span></p><p style="text-ali
 gn: center;"><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: 
 #b62f2f; font-size: 18pt; text-decoration: underline;"><strong><span style=
 "color: #cb2549; text-decoration: underline;">"Gagern - Pioniere der deutsc
 hen Demokratie"</span></strong></span></span></p><p><img src="images/Führun
 gTorstenWeigeltGagernausstellung_24.06.2023_2.jpg" alt="FührungTorstenWeige
 ltGagernausstellung 24.06.2023 2" width="560" height="280" /></p><p>Zur abs
 chließenden Führung durch die Sonderausstellung „Demokratie weiter denken –
  Die Freiherren von Gagern als Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie
 ” konnte Torsten Weigelt am Samstag, 24. Juni, prominenten Besuch in der Al
 ten Kirche Hornau begrüßen:</p><p><img src="images/FührungTorstenWeigeltGag
 ernausstellung_24.06.2023_01.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagernausstellu
 ng 24.06.2023 01" width="560" height="279" /></p><p>Oliver von Gagern, ein 
 Nachkomme Heinrich von Gagerns, war mit Ehefrau Lydia und Tochter Katharina
  extra aus der Eifel angereist. Weigelt, stellvertretender Vorsitzender des
  Museumsvereins und Autor des Buches „Gagern – Pioniere der deutschen Demok
 ratie”, erläuterte ihnen und den anderen Besucherinnen und Besuchern zunäch
 st das Konzept der Ausstellung: ausgehend von der Familie von Gagern und ih
 rem Hornauer Hofgut werden Geschichte und Gegenwart unserer Demokratie bele
 uchtet und Denkanstöße für deren Zukunft gegeben. Die moderne Demokratieges
 chichte erscheint so als Prozess, der im späten 18. Jahrhundert begonnen ha
 t und bis heute nicht abgeschlossen ist. Das verdeutlichte in der Ausstellu
 ng unter anderem ein Demokratieindex, der alle zwei Jahre von der Zeitschri
 ft „The Economist” aufgestellt wird.</p><p><img src="images/FührungTorstenW
 eigeltGagernausstellung_24.06.2023_3.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagerna
 usstellung 24.06.2023 3" width="560" height="280" /></p><p>Anschließend ste
 llte Weigelt die Hauptdarsteller der Ausstellung vor: Charlotte und Hans-Ch
 ristoph von Gagern, die 1818 das Hornauer Hofgut gekauft und zu ihrem Wohns
 itz gemacht hatten, sowie ihre drei „politischen Söhne” Friedrich, Heinrich
  und Maximilian.</p><p><img src="images/FührungTorstenWeigeltGagernausstell
 ung_24.06.2023_4.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagernausstellung 24.06.202
 3 4" width="560" height="280" /></p><p>Es ging um das Familienleben in Horn
 au, aber auch um die politischen Ambitionen der Söhne, die 1838 ihren symbo
 lischen Ausdruck im „Staufenschwur” auf dem Fischbacher Hausberg fanden. Zu
 dem erläuterte Weigelt den historischen Hintergrund für das oppositionelle 
 Engagement der Gagern-Brüder – den Deutschen Bund, der der von ihnen geford
 erten Entwicklung Deutschlands hin zu Einheit, Freiheit und politischer Mit
 bestimmung im Wege stand. Dass es auch in Hornau nicht immer nur harmonisch
  zuging, belegte er durch einen Auszug aus seinem Buch, der von einem Strei
 t zwischen Vater Hans Christoph und seinem Sohn Heinrich über dessen Agiere
 n im Landtag von Hessen-Darmstadt handelte und sich im Kuhstall des Hornaue
 r Hofgutes abspielte.</p><p><img src="images/FührungTorstenWeigeltGagernaus
 stellung_24.06.2023_6.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagernausstellung 24.0
 6.2023 6" width="560" height="280" /></p><p>An der nächsten Ausstellungssta
 tion ging es dann um die Revolution von 1848 und die Nationalversammlung in
  der Frankfurter Paulskirche. Deutlich wurde, dass die Familie von Gagern w
 ährend dieser Zeit fast omnipräsent war. Heinrich und Max zogen als gewählt
 e Abgeordnete in die Nationalversammlung ein, während ihr Bruder Friedrich 
 einen umstrittenen Militäreinsatz gegen badische Republikaner um Friedrich 
 Hecker anführte, bei dem er selbst ums Leben kam. Am Beispiel dieser Ausein
 andersetzung erläuterte Weigelt die unterschiedlichen Vorstellungen innerha
 lb der Revolutionsbewegung (Monarchie vs. Republik) und deren problematisch
 e Polarisierung in den ersten Revolutionswochen. Es ging aber auch um die A
 rbeit des Parlaments und die unterschiedlichen Rollen, die Heinrich und Max
  von Gagern darin ausfüllten: Heinrich stand als Präsident im Mittelpunkt d
 es parlamentarischen Geschehens und der öffentlichen Wahrnehmung, dagegen b
 egnügte sich Max mit einem Platz in der zweiten Reihe (Vize-Vorsitzender de
 s Verfassungsausschusses und Staatssekretär im Außenministerium).</p><p><im
 g src="images/FührungTorstenWeigeltGagernausstellung_24.06.2023_5.jpg" alt=
 "FührungTorstenWeigeltGagernausstellung 24.06.2023 5" width="560" height="2
 80" /></p><p>Die Frage nach dem Scheitern oder den – langfristigen Erfolgen
  – von Revolution und Nationalversammlung stand am Ende der Führung. Zwar g
 elang es dem Paulskirchenparlament nicht, die von ihm beschlossene Verfassu
 ng für einen einheitlichen deutschen Staat wirksam werden zu lassen, doch g
 riffen spätere Generationen das Dokument von 1849 in der Weimarer Verfassun
 g und dem Grundgesetz wieder auf – insbesondere den im Zentrum der Ausstell
 ung stehenden Grundrechtekatalog. Zum Abschluss gab Torsten Weigelt den Tei
 lnehmerinnen und Teilnehmern der Führung noch ein Zitat des einstigen briti
 schen Premierminister Winston Churchill mit auf den Weg: „Wenn es morgens u
 m sechs Uhr an meiner Tür klingelt und ich kann sicher sein, dass es der Mi
 lchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.”</p><p>Text:
  Torsten Weigelt</p><p>Fotos: Jürgen Moog</p>
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p>&nbsp;</p><p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: u
 nderline; font-size: 24pt;"><span style="color: #b62f2f; text-decoration: u
 nderline;"><strong><span style="color: #cb2549; text-decoration: underline;
 ">Führung und Signierstunde</span></strong></span></span></p><p style="text
 -align: center;"><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/FührungTor
 stenWeigeltGagernausstellung_24.06.2023_001.jpg" alt="FührungTorstenWeigelt
 Gagernausstellung 24.06.2023 001" width="560" height="280" /></p><p style="
 text-align: center;"><span style="text-decoration: underline; color: #00000
 0;"><span style="font-size: 18pt;"><strong><span>am Samstag, 24. Juni, 2023
 , 15:00 Uhr</span></strong></span></span></p><p style="text-align: center;"
 ><span style="text-decoration: underline; color: #000000;"><span style="fon
 t-size: 18pt;"><strong><span>in der Alten Kirche Hornau, Rotlintallee</span
 ></strong></span></span></p><p style="text-align: center;"><span style="tex
 t-decoration: underline;"><span style="color: #b62f2f; font-size: 18pt; tex
 t-decoration: underline;"><strong><span style="color: #cb2549; text-decorat
 ion: underline;">mit Torsten Weigelt, Autor des Buches</span></strong></spa
 n></span></p><p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: u
 nderline;"><span style="color: #b62f2f; font-size: 18pt; text-decoration: u
 nderline;"><strong><span style="color: #cb2549; text-decoration: underline;
 ">"Gagern - Pioniere der deutschen Demokratie"</span></strong></span></span
 ></p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/FührungTorstenWeige
 ltGagernausstellung_24.06.2023_2.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagernausst
 ellung 24.06.2023 2" width="560" height="280" /></p><p>Zur abschließenden F
 ührung durch die Sonderausstellung „Demokratie weiter denken – Die Freiherr
 en von Gagern als Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie” konnte Tors
 ten Weigelt am Samstag, 24. Juni, prominenten Besuch in der Alten Kirche Ho
 rnau begrüßen:</p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/images/Führun
 gTorstenWeigeltGagernausstellung_24.06.2023_01.jpg" alt="FührungTorstenWeig
 eltGagernausstellung 24.06.2023 01" width="560" height="279" /></p><p>Olive
 r von Gagern, ein Nachkomme Heinrich von Gagerns, war mit Ehefrau Lydia und
  Tochter Katharina extra aus der Eifel angereist. Weigelt, stellvertretende
 r Vorsitzender des Museumsvereins und Autor des Buches „Gagern – Pioniere d
 er deutschen Demokratie”, erläuterte ihnen und den anderen Besucherinnen un
 d Besuchern zunächst das Konzept der Ausstellung: ausgehend von der Familie
  von Gagern und ihrem Hornauer Hofgut werden Geschichte und Gegenwart unser
 er Demokratie beleuchtet und Denkanstöße für deren Zukunft gegeben. Die mod
 erne Demokratiegeschichte erscheint so als Prozess, der im späten 18. Jahrh
 undert begonnen hat und bis heute nicht abgeschlossen ist. Das verdeutlicht
 e in der Ausstellung unter anderem ein Demokratieindex, der alle zwei Jahre
  von der Zeitschrift „The Economist” aufgestellt wird.</p><p><img src="http
 s://www.museum-kelkheim.de/images/FührungTorstenWeigeltGagernausstellung_24
 .06.2023_3.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagernausstellung 24.06.2023 3" w
 idth="560" height="280" /></p><p>Anschließend stellte Weigelt die Hauptdars
 teller der Ausstellung vor: Charlotte und Hans-Christoph von Gagern, die 18
 18 das Hornauer Hofgut gekauft und zu ihrem Wohnsitz gemacht hatten, sowie 
 ihre drei „politischen Söhne” Friedrich, Heinrich und Maximilian.</p><p><im
 g src="https://www.museum-kelkheim.de/images/FührungTorstenWeigeltGagernaus
 stellung_24.06.2023_4.jpg" alt="FührungTorstenWeigeltGagernausstellung 24.0
 6.2023 4" width="560" height="280" /></p><p>Es ging um das Familienleben in
  Hornau, aber auch um die politischen Ambitionen der Söhne, die 1838 ihren 
 symbolischen Ausdruck im „Staufenschwur” auf dem Fischbacher Hausberg fande
 n. Zudem erläuterte Weigelt den historischen Hintergrund für das opposition
 elle Engagement der Gagern-Brüder – den Deutschen Bund, der der von ihnen g
 eforderten Entwicklung Deutschlands hin zu Einheit, Freiheit und politische
 r Mitbestimmung im Wege stand. Dass es auch in Hornau nicht immer nur harmo
 nisch zuging, belegte er durch einen Auszug aus seinem Buch, der von einem 
 Streit zwischen Vater Hans Christoph und seinem Sohn Heinrich über dessen A
 gieren im Landtag von Hessen-Darmstadt handelte und sich im Kuhstall des Ho
 rnauer Hofgutes abspielte.</p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/i
 mages/FührungTorstenWeigeltGagernausstellung_24.06.2023_6.jpg" alt="Führung
 TorstenWeigeltGagernausstellung 24.06.2023 6" width="560" height="280" /></
 p><p>An der nächsten Ausstellungsstation ging es dann um die Revolution von
  1848 und die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Deutlich 
 wurde, dass die Familie von Gagern während dieser Zeit fast omnipräsent war
 . Heinrich und Max zogen als gewählte Abgeordnete in die Nationalversammlun
 g ein, während ihr Bruder Friedrich einen umstrittenen Militäreinsatz gegen
  badische Republikaner um Friedrich Hecker anführte, bei dem er selbst ums 
 Leben kam. Am Beispiel dieser Auseinandersetzung erläuterte Weigelt die unt
 erschiedlichen Vorstellungen innerhalb der Revolutionsbewegung (Monarchie v
 s. Republik) und deren problematische Polarisierung in den ersten Revolutio
 nswochen. Es ging aber auch um die Arbeit des Parlaments und die unterschie
 dlichen Rollen, die Heinrich und Max von Gagern darin ausfüllten: Heinrich 
 stand als Präsident im Mittelpunkt des parlamentarischen Geschehens und der
  öffentlichen Wahrnehmung, dagegen begnügte sich Max mit einem Platz in der
  zweiten Reihe (Vize-Vorsitzender des Verfassungsausschusses und Staatssekr
 etär im Außenministerium).</p><p><img src="https://www.museum-kelkheim.de/i
 mages/FührungTorstenWeigeltGagernausstellung_24.06.2023_5.jpg" alt="Führung
 TorstenWeigeltGagernausstellung 24.06.2023 5" width="560" height="280" /></
 p><p>Die Frage nach dem Scheitern oder den – langfristigen Erfolgen – von R
 evolution und Nationalversammlung stand am Ende der Führung. Zwar gelang es
  dem Paulskirchenparlament nicht, die von ihm beschlossene Verfassung für e
 inen einheitlichen deutschen Staat wirksam werden zu lassen, doch griffen s
 pätere Generationen das Dokument von 1849 in der Weimarer Verfassung und de
 m Grundgesetz wieder auf – insbesondere den im Zentrum der Ausstellung steh
 enden Grundrechtekatalog. Zum Abschluss gab Torsten Weigelt den Teilnehmeri
 nnen und Teilnehmern der Führung noch ein Zitat des einstigen britischen Pr
 emierminister Winston Churchill mit auf den Weg: „Wenn es morgens um sechs 
 Uhr an meiner Tür klingelt und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann 
 ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.”</p><p>Text: Torsten
  Weigelt</p><p>Fotos: Jürgen Moog</p>
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