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Neue Technik als Motor für die Möbelfabrikation in Kelkheim
Die Dampfmaschine des Sägewerks Diehl

Vorstellung der Broschüre am 25. Juni 2026
Das große Interesse an den Führungen zu den Orten der Industriekultur hat den Museumsverein Kelkheim dazu bewogen, die Broschüre "Neue Technik als Motor für die Möbelfabrikation in Kelkheim. Die Dampfmaschine des Sägewerks Diehl" zu verfassen.

V.l.: Joachim Schwind (Aventis Foundation), Dr. Beate Matuschek, Dr. Kirstin Funke und Sonja Zadran (Enkelin von Vincenz Diehl)
Die Publikation wurde ermöglicht durch eine Spende der Aventis Foundation.

Autorinnen der Broschüre sind Dr. Kirstin Funke und Dr. Beate Matuschek.

Sonja Zadran, Enkelin von Vincenz Diehl, stellte viele bislang unbekannte Fotos zur Verfügung.

Die reich bebilderte Broschüre umfasst 15. Seiten. Sie ist über den Museumsverein und im Rathaus am Informationsstand erhältlich.
Postalisch kann sie bei der Edition Pauer, unter
Zum Inhalt:
Die Entwicklung Kelkheims zur Möbelstadt ist von Unternehmergeist, Flexibilität und Wagemut gekennzeichnet.
Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen nur wenige Bauern Grund und Boden, um eine Familie ernähren zu können. Sie waren auf einen Nebenerwerb angewiesen.
Ihre Not wurde zum Ansporn: In den 1880er Jahren kam es zu einer verstärkten Produktion von Mobiliar im Hausgewerbe.
Ab 1885 arbeiteten die Schreiner in Form einer Hausindustrie im Auftrag von Verlagsunternehmen, die den Verkauf übernahmen.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts begannen die Verleger selbst Möbel herzustellen.
Die Kelkheimer Möbelschreinereien waren gezwungen, Ihre Einrichtungen selbst zu vermarkten:

1925 begannen die Fischbacher Handwerker- und Gewerbevereine Ihre Erzeugnisse erstmals in einer Möbelausstellung zu präsentieren.
Wie tatkräftig die Kelkheimer ihre Zukunft in die Hände nahmen, ist an der Anschaffung von Dampfmaschinen in den Sägewerken Dichmann und Diehl sowie der Möbelfabrik Wolf nachzuvollziehen.

Das erste Kesselhaus des Sägewerks Diehl mit der Belegschaft davor (1905)
Während die Lokomobile des Sägewerks Dichmann nach Elektrifizierung Kelkheims 1926 stillgelegt wurde, betrieb das Sägewerk Diehl seine 1905 erworbene Dampfmaschine mit Collmannsteuerung bis 1975.

1996 endete die traditionelle Kelkheimer Möbelmesse aufgrund hoher Kosten und rückläufiger Ausstellerzahl.
Seitdem gaben zahlreiche Betriebe ihre Möbelfabrikation auf, andere diversifizierten ihre Produktpalette zugunsten einer Design-Möbelfabrikation für individuelle Kunden oder den internationalen Markt sowie der Restaurierung und des Verkaufs antiker Möbel.
Die zahlreichen Holz-, Zimmerei-, Fensterbaufirmen schließlich konzentrieren sich auf den Hausbau, Innenausbau und die Parkettverlegung.
Text: Dr. Beate Matuschek
Fotos:Jürgen Moog
Donnerstag, 25. Juni 2026 14:00 Uhr




